Informationen rund um das Thema Kindesmisshandlung

Unter Kindesmisshandlung versteht man die psychische und physische Schädigung von Kindern oder Jugendlichen durch Eltern, Erziehungsberechtigte und andere nahestehende Personen wie Nachbarn oder Verwandte. Sie beginnt bereits dort, wo die Bedürfnisse von Kindern über einen längeren Zeitraum nicht oder nur unzureichend befriedigt werden und reicht über Liebesentzug, Überforderung oder auch Unterforderung bis hin zu schwerwiegender körperlicher Gewalt.

Formen von Kindesmisshandlung

- körperliche Misshandlung

- seelische Misshandlung

- sexuelle Misshandlung

- emotionaler Missbrauch und Vernachlässigung

Folgen von Kindesmisshandlung

- Verlust des Urvertrauens

- Reduzierung des Selbstwertes

- Entwicklungsverzögerung

- posttraumatische Belastungsstörung

- Anpassungsstörungen

- Borderline Persönlichkeitsstörung

- Bindungsstörung

- Essstörung

- Schizophrenie

- Suchtanfälligkeit

- Gewaltbereitschaft

- Depression

- Isolation

- affektive Störung

- fehlende Empathie

Gründe für Kindesmisshandlung

- wirtschaftliche Notlage

- Existenzunsicherheit

- schlechte Wohnsituation

- unerwünschtes Kind

- hohe, unrealistische Erwartung an das Kind

- Mangel an erzieherischer Kompetenz

- Akzeptanz körperlicher Züchtigung

- Misshandlung in der Herkunftsfamilie

- ungute Persönlichkeitszüge (mangelnde Impulssteuerung, Isolationstendenzen, hoher Angstpegel, Sensitivität

- alleinerziehende oder minderjährige Eltern

- Partnerschaftsprobleme (z.B. Gewalt in der Partnerschaft)

- Fehlen sozialer Unterstützungsnetze

- Kinderfeindlichkeit

- unzureichende familienbezogene Hilfsangebote

- begrenzte psychische, soziale, und ökonomische Ressourcen

- Überforderung bei Kindern mit einem erhöhten Pflege- oder Betreuungsbedarf

Gründe für steigende Zahlen an Kindesmisshandlungen

- Wegfall der traditionellen Kleinfamilie

- das Fehlen üverlieferter Erfahrungen, das zur Unsicherheit führt

- fehlende Unterstützung bei der Erziehungsarbeit durch den Wegfall sozialer Netze

Die Täter

Als Täter von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten Frauen und Männer etwa gleich häufig in Erscheinung. Sie entstammen aus allen sozialen Schichten. Meist sind es Personen aus dem direkten Umfeld des Kindes.

Zahlen zur Kindesmisshandlung

- 240.000 Kinder pro Jahr werden schwer misshandelt

- 3 Kinder pro Woche sterben an den Folgen häuslicher Gewalt, das sind 160 getötete Kinder pro Jahr, die Dunkelziffer liegt bei geschätzten 350 Kindern

                  - 40 Kinder täglich werden sexuell missbraucht

                  - 3.600 bis 4.000 Kinder pro Jahr werden krankenhausreif geschlagen

- auf jeden Fall, der bei der Polizei zur Anzeige kommt werden, je nach Schätzung unterschiedlicher Institutionen im Kinderschutz, 50 bis 400 ähnlich schwere Fälle von Misshandlungen nicht angezeigt

- geschätzte 60% der schweren Misshandlungsfälle, vermutlich jedoch deutlich mehr, landen nie vor Gericht.

- 60.000 Kinder pro Jahr werden, nach einem Unfall mit unerklärlichem Hergang, in Kliniken eingeliefert.