Geschichten

Hier finden Sie einen kleinen Auszug aus den Lebensgeschichten einiger Karolina e.V. Schützlinge. Die Namen der Beteiligten wurden von uns geändert. Wir wollen mit diesen Geschichten keine Schuldfrage anregen oder mit dem Finger auf Verantwortliche zeigen. Unser Ziel ist einzig und alleine zu helfen und zwar genau dort, wo Hilfe gebraucht wird.

Dominik

Der kleine Dominik aus der Oberpfalz wurde jahrelang von seinen Eltern misshandelt und, größtenteils von seinem Vater, sexuell missbraucht. Die Misshandlungen im Säuglings- und Kleinkindalter sind verantwortlich für seine geistige Schädigung, hervorgerufen durch Verletzungen am Kopf, die nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden.

Mit 6 Jahren wurde der kleine Junge mit den großen Augen aus seinem Martyrium befreit und kam zu einer Pflegefamilie weit weg von seinem Heimatort. Bis zu seinem 8 Lebensjahr konnte er nicht richtig sprechen und musste Windeln tragen. Eine Bekannte der Pflegefamilie hat sich an Karolina e.V. mit der Bitte um Hilfe gewandt. Die Familie war der festen Überzeugung, dass eine spezielle Therapie Dominik helfen könne mehr Selbständigkeit zu gewinnen.

Seit nunmehr eineinhalb Jahren finanzieren wir diese Therapie für den kleinen Dominik und die Erfolge sind beeindruckend. Dominik spricht inzwischen ganze Sätze und muss seit zwischenzeitlich 5 Monaten nicht mehr gewickelt werden.

 

Zwei kleine Mädchen

Mit der Arbeitslosigkeit des Vaters und der darauffolgenden Alkohol- und Tablettensucht begann die Leidensgeschichte zwei kleiner Mädchen. Sie wurden von ihrem Vater geschlagen, mit Zigaretten verbrannt, mit kochendem Wasser übergossen, mit dem Gürtel geschlagen, vergewaltigt und stundenlang in dunkle Räume eingesperrt. Obwohl viele Nachbarn, nach eigenen Angaben, die Schreie der Kinder gehört haben, wurden erst nach fast zwei Jahren die Behörden auf den Fall aufmerksam. Nach den üblichen Maßnahmen und Kontrollen fiel die Entscheidung, dass die Kinder nicht bei der Familie bleiben müssen.

Mit Hilfe von Karolina e.V. konnte eine Pflegefamilie, die schon mehrere Pflegekinder betreut und auch eigene Kinder hat, die beiden kleinen Mädchen zu sich nehmen. Es fehlte an schnell verfügbaren Mitteln um die ersten Monate zu überbrücken und an zusätzlichen Therapeutischen Maßnahmen für das größere der beiden Mädchen, das eine starke Schockreaktion zeigte.

 

Ein todkrankes Mädchen

Die älteste Tochter von fünf Kindern einer Familie wurde schwer krank und ist bei diversen Operationen oft nur knapp dem Tod entronnen. Der Vater kam mit der Situation nicht klar und fing an, die anderen vier Kinder der Familie heftig zu schlagen, im Winter auf den Balkon oder in den Keller zu sperren. Grund für diese Übergriffe war die Sorge um die große Tochter. So hatte er z.B. Angst, dass eines der Kinder zu grob zu ihr sein könnte.

Mit Hilfe einer von Karolina e.V. bezahlten Therapie für den Vater konnte der Familienfrieden wiederhergestellt werden. Der Vater bereut seine Taten, auch die Kinder sind in Behandlung um wieder Vertrauen fassen zu können. Der Gesundheitszustand der großen Tochter ist stabil.

 

Clara

Die 16jährige Clara aus Weiden wendet sich hilfesuchend an eine Unterstützerin von Karolina e.V. Sie hat ihr noch nicht einmal drei Monate altes Baby geschüttelt und heftig geschlagen. Clara ist alleinerziehend, ihre Eltern haben sie, wegen der ungewollten Schwangerschaft verstoßen, die Familie des Vaters verbietet ihm jeden Kontakt. Der Junge ist gerade einmal 15 Jahre alt. Clara ist mit dem kleinen Baby völlig überlastet, sie hat nächtelang nicht geschlafen, der kleine Junge schreit viel. Sie hat Angst sich an die Behörden zu wenden und weiß nicht mehr, was sie noch tun soll. Ihren kleinen Sohn abgeben will sie auf keinen Fall.

Nach einer eingehenden Untersuchung des kleinen Jungen durch einen Kinderarzt, hat Karolina e.V. die Kosten für eine Betreuerin übernommen, die Clara dabei geholfen hat, den Umgang mit einem Baby zu erlernen. Nach nun sechs Wochen kommt Clara schon sehr gut mit ihrem kleinen Sohn zurecht. Er schreit kaum noch, Clara wirkt entspannt und glücklich.

Ohne Hilfe wären die Gewaltattacken von Clara mit größter Wahrscheinlichkeit schlimmer und im Verlauf der Zeit für Mutter und Kind auch selbstverständlich geworden.

 

Verzweifelte Mutter

Die verzweifelte Mutter eines Pflegekindes hat sich an uns gewendet. Ihr inzwischen 6jähriges Pflegekind sollte auf Antrag der leiblichen Mutter, dieser wieder zugeführt werden. Die Pflegemutter hat den Jungen als Baby bekommen, nachdem die Ärzte fast drei Wochen um sein Überleben gekämpft haben, weil die leibliche Mutter ihn brutal geprügelt, getreten und ihm Büschelweise Haare ausgerissen hat.

Die leibliche Mutter hat inzwischen wieder ein Kind bekommen. Mittels eines Gutachtens konnte die Rückführung des Jungen verhindert werden. Weiter konnten wir durchsetzen, dass das zweite Kind der prügelnden Mutter von einem Amtsarzt untersucht wird. Dieser Fall stammt nicht aus der Oberpfalz.

 

Wir wollen mit diesem Auszug an Geschichten, die uns angetragen wurden und bei denen wir geholfen haben, nicht mit dem Finger auf Verantwortliche zeigen. Unser Ziel ist es nicht anzuklagen, sondern zu helfen und zwar genau dort, wo Hilfe gebraucht wird.