Stellungnahme

Liebe Unterstützer, Mitglieder und Interessierte,

 

wie bereits vor einigen Tagen angekündigt, hier unsere Stellungnahme zu den einzelnen Punkten des Artikels der in „Der Neue Tag“ am 26.03.2019 erschienen ist.

 

Einleitend sei gesagt, dass es unserer Meinung nach nicht der richtige Weg sein kann, dass eine Zeitung aufgrund eines vagen Verdachts einen derartigen Artikel veröffentlicht und damit in Kauf nimmt, dass die Reputation eines Vereins unter Umständen für immer zerstört wird.  Bei angeblicher „Gefahr in Verzug“ ist es die Aufgabe der zuständigen Behörden zu überprüfen, ob diese Gefahr wirklich besteht. Der im Artikel genannte Schutz zukünftiger Spender kann dann ebenfalls über die zuständigen Behörden schnell gewährleistet werden, indem die Aktivitäten eines Vereins, einer Firma oder einer Person vorläufig verboten und vorhandene Gelder eingefroren werden. Was der Artikel des „Der Neue Tag“ hat, ist eine Vorverurteilung seitens der Bevölkerung, die inzwischen soweit geht, dass unser vierjähriger Sohn auf offener Straße verbal attackiert wird und uns gegenüber Drohungen ausgesprochen werden.

 

Nun aber zu den einzelnen Punkten:

 

In dem mit dem „Der Neue Tag“ geführten Gespräch haben wir gesagt, dass wir mit den Jugendämtern Weiden und Neustadt in Kontakt stehen und eine Zusammenarbeit mit den Ämtern besteht. Auf die Frage in welcher Form das passiert, teilten wir mit, dass das ganz unterschiedlich ist: teilweise über Gefahrenmeldungen, die wir beim Jugendamt machen und teilweise in Form von Fällen, bei denen wir um Unterstützung gebeten werden. Wir haben nicht explizit mitgeteilt, was wir mit welchem Jugendamt bislang unternommen haben. Es steht jedoch außer Frage, dass eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Weiden besteht und auch dass wir vorliegende Gefahrenmeldungen sofort an das zuständige Jugendamt weiterleiten. Für die Zusammenarbeit hat sich die ehemalige Leiterin des Jugendamt Weidens auch bedankt.

 

Wir haben uns vor Vereinsgründung eingehend von einem Steuerberater, der über einen großen Erfahrungsschatz in diesem Bereich verfügt, beraten lassen. Auch bei uns bestand die Überlegung den Posten des Kassiers in unserer Satzung zu verankern. Der Steuerberater hat uns jedoch davon abgeraten. Unser Steuerberater hat uns erzählt, dass es viele Vereine gibt, die Probleme haben, die einzelnen Posten wie Kassier mit ehrenamtlichen Personen besetzen zu können. Vereine müssen laut ihm oft feststellend, dass wenn diese Posten besetzt sind, dies nur für eine kurze Zeitspanne anhält und dann schnell ein Nachfolger gefunden werden muss. Je mehr Posten besetzt werden müssen, desto schwieriger kann die tägliche Vereinsarbeit werden und unter Umständen wird sogar das Fortbestehen eines Vereins gefährdet.

 

Unsere Recherchen im Internet haben diese Aussage bestätigt. Hier finden sich viele Einträge von Vereinen, die verzweifelt versuchen die einzelnen Posten zu besetzen. Allein aus diesem Grund haben sich alle Gründungsmitglieder gegen einen Kassier entschieden.

 

Den im Artikel genannten Spender bitten wir sich bei uns zu melden, um die Ungereimtheiten klären zu können. Wir haben keine Anfrage erhalten, geschweige denn Anfragen mit Drohbriefen beantwortet. Ganz im Gegenteil: Mit einigen Spendern haben wir uns sogar ohne Aufforderung persönlich getroffen und uns viel Zeit genommen, um über unsere Arbeit, einzelne Fälle und die zukünftig geplanten Projekte zu sprechen. Wir erteilen dem Spender hiermit die Freigabe, den angeblichen Brief mit der Androhung der anwaltlichen Beauftragung zu veröffentlichen.

 

Wie dem Protokoll der Mitgliederversammlung zu entnehmen ist, waren fünf Mitglieder plus ein Vertreter der Presse, konkret gesagt „Der Neue Tag“, bei unserer Mitgliederversammlung anwesend.

Bei der Sitzung vorgelesen wurden die einzelnen Posten der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, weiter wurde detailliert über die Tätigkeiten des Vereins berichtet und auch darüber, was wir zukünftig tun wollen. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie sämtliche Belege lagen zur Einsicht aus. Die Behauptung, dass „Der Neue Tag“ keinen Einblick in unsere Finanzen bekommen habe und nicht darüber informiert wurde, wie die Spendengelder investiert wurden, ist somit falsch.

 

Alle Mitglieder wurden fristgerecht und satzungskonform zur Mitgliederversammlung eingeladen.

 

Im Protokoll findet sich keine Nachfrage einer Teilnehmerin nach einem Kassenbericht, weil es diese nicht gab. Richtig ist, dass ein Mitglied nach einem Kassier gefragt hat. Wir haben dem Mitglied erklärt, warum wir uns bei der Gründung gegen einen weiteren zu besetzenden Posten im Verein entschieden haben. Der Vertreter des „Der Neue Tag“ hat unserer Ausführung zugestimmt und wortwörtlich gesagt, dass er selbst einige Vereine kenne, die Probleme damit haben, die Posten entsprechend besetzen zu können.

 

Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis zum „Der Neue Tag“ und haben uns auch bei jeder Nachfrage transparent gezeigt. Ungehalten, wie es in dem oben genannten Artikel steht,  wurden wir erst nach dem im Artikel erwähnten Gespräch vom 19.03. Wir hatten mit dem „Der Neue Tag“ vereinbart, dass wir uns innerhalb der kommenden Woche melden werden, um uns zu einem weiteren Treffen zu verabreden. Der Vorschlag, zu diesem Termin auch unseren Steuerberater hinzuzuziehen kam von uns.

Statt sich an die vereinbarte Vorgehensweise zu halten, hat der „Der Neue Tag“ schon wenige Stunden nach unserem ersten Treffen Personen, deren Namen in dem Gespräch gefallen sind, mit Anrufen penetriert.

 

Im Zeitraum vom 20. bis zum 23.03 erreichten uns fast täglich Anrufe mit Beschwerden über die Vorgehens- und Befragungsweise des „Der Neue Tag“. Die Befragungsmethoden wurden uns als anklagend, aggressiv und unsachlich beschrieben. Es wurden Fragen gestellt wie: „Bist Du mit dem Verein jetzt schon reich geworden? Irgendwo muss das Geld ja schließlich hingehen und scheinbar musst Du ja nicht mehr so viel arbeiten wie früher“, oder „Ich gehe davon aus, dass die Stunden bei Ihnen teuer sind. Da fragt man sich doch, ob es keine billigere Lösung gibt.“ Wir sahen unser Vertrauen, das wir in den „Der Neue Tag“ gesetzt hatten, als missbraucht an und waren verärgert über die Herangehensweise, die wir bereits als schädlich für den Verein empfunden haben. Am 23.03 erreichte mich eine E-Mail vom „Der Neue Tag“, die ich am darauffolgenden Montag beantwortet und mit aussagekräftigen Nachweisen zu den „Widersprüchen mit den Jugendämtern“ unterlegt habe. Zu diesem Zeitpunkt war der Artikel noch nicht veröffentlicht.

 

Es bestehen oder bestanden zu keinem Zeitpunkt Unregelmäßigkeiten gegenüber dem Finanzamt. Unsere Bücher werden ordentlich geführt. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung wurde rechtzeitig von einem Steuerberater fertiggestellt und beim zuständigen Finanzamt eingereicht.

 

Bei unserem Gespräch vom 19.03. waren die einleitenden Worte des „Der Neue Tag“, dass in Zusammenhang mit einem Streit, der nichts mit dem Verein zu tun hat, der Verein stark torpediert wird. Wir hatten schon länger den Verdacht, dass der Verein dazu missbraucht wird, persönlichen Befindlichkeiten Raum zu geben. Bereits vor mehreren Wochen wurden denunzierende Faxe anonym an Spender des Vereins versandt. Als der Artikel des „Der Neue Tag“ erschienen ist, wurde über Fake-Accounts der Artikel an viele Spender verteilt. Facebook hat schnell reagiert und sowohl die Accounts als auch die Verlinkungen umgehend gelöscht. Auch hier gilt, wenn sich jemand von Personen übervorteilt oder betrogen fühlt, dann hat er jederzeit die Möglichkeit, sich mittels der zuständigen Behörden sein Recht zu verschaffen. Einen caritativen Verein als Mittel verwenden zu wollen, uns persönlich zu treffen, kann nicht für gutgeheißen werden.

 

Die in dem erwähnten Protokoll genannte Behauptung, wir hätten uns ohne Grundlage Provisionen überwiesen, weisen wir zurück. Dazu wären wir gar nicht in der Lage gewesen. Weder hatten wir Zugang zu Bankkonten noch die notwendige Position im Unternehmen. Allein die Tatsache, dass - wie der „Der Neue Tag“ in seinem Artikel schreibt: keine Anzeige erstattet wurde, spricht Bände. Wir werden uns nicht dazu hinreißen lassen, das alles in der Öffentlichkeit breit zu treten. An dieser Stelle entschuldigen wir uns bei unseren Mitgliedern, Sponsoren, Verbraucherschutz und den vielen Interessenten, dass wir keine Auskunft über die Tätigkeiten zu der im Bericht erwähnten Wohnungsbaugenossenschaft geben.

 

Wie dem Artikel zu entnehmen ist, haben mehrere Stellen bestätigt, dass sie Spendengelder von uns erhalten haben. Dass keiner einer Journalistin am Telefon die Höhe nennt, dürfte durchaus nachvollziehbar sein. Unserer Meinung nach wird in dem Artikel der Eindruck vermittelt, dass wir sämtliche vereinnahmten Gelder bereits ausgegeben hätten. Das ist mehr als falsch.

 

Die Anonymisierung, der von uns genannten Fallbeispiele, ist gewollt. Heutzutage ist es ein Leichtes im Internet zu recherchieren. Wir wollen weder die Opfer noch deren Eltern stigmatisieren und vorführen. Die Opfer müssen geschützt werden. Das war schon immer das höchste Bestreben des Vereins. Die Beurteilung, ob und wie die Täter bestraft werden müssen und ob ein öffentliches Interesse an diesen Personen besteht, obliegt nicht uns.

 

Nach Erscheinen des Artikels war unser erster Gedanke, dass wir den Verein nicht mehr weiterführen werden. Wir haben sehr viel privates Engagement, viel Zeit und auch viel Herz in den Verein gesteckt. Viele der Kinderschicksale haben uns sehr getroffen. Es wäre unserer Meinung nach aber nicht richtig, die Kinder und Betroffenen, die von unserer Arbeit profitiert haben und profitieren, unter einer solchen Entscheidung leiden zu lassen. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir, nach allem was geschehen ist, unsere Arbeit erfolgreich fortsetzen können, aber wir werden es zumindest versuchen.

 

Im ersten Schritt werden wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln zu Wehr setzen. Wir sind guter Dinge, dass die uns vorgeworfenen haltlosen Behauptungen zeitnah aus der Welt geschafft werden. Bis dahin stehen wir natürlich unseren Unterstützern, Mitgliedern und Interessenten für alle Fragen gerne zur Verfügung.

 

Mit besten Grüßen

Vorstand des Karolina e.V.