Nach langen Überlegungen haben wir uns dazu entschlossen, unsere Position als Vorstände von Karolina e.V. nur noch so lange zu begleiten, bis die von uns für den Verein getroffenen Zahlungsverpflichtungen vollständig abgegolten sind. Es handelt sich hierbei um Zahlungen, die gemäß unserer Satzung geleistet werden.

 

Unsere Gründe für diese Entscheidung sind nicht, dass wir, wie einige nach den im Neuen Tag veröffentlichten Artikeln meinen, Vereinsgelder unterschlagen haben. Seit Bestehen des Vereins wurde nicht ein einziger Cent an die Vorstände oder den Vorständen nahestehenden Personen ausbezahlt. Ganz im Gegenteil, wir alle haben sehr viel Zeit und auch private Mittel in unsere Vereinsarbeit investiert.

 

Unsere Gründe sind auch nicht, dass wir Vereinsgelder in irgendeiner Art und Weise satzungswidrig ausgegeben haben. Es ist richtig, dass wir in den ersten 12 Monaten des Vereins, einen Großteil des Geldes für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben haben. Hinter dieser Entscheidung stehen wir uneingeschränkt.

 

Ohne Öffentlichkeitsarbeit hätte der Verein nie die Unterstützung von Unternehmen, Privatpersonen und Mitgliedern erhalten. Vielen Menschen ist das Ausmaß von Kindesmisshandlungen in Deutschland nicht bewusst. Dieses Bewusstsein kann nur über Öffentlichkeitsarbeit geschaffen werden. Auch konnten wir erst durch die Öffentlichkeitsarbeit die notwendigen Kontakte knüpfen, um Informationen über Fälle und Kinder in Not zu bekommen.  

 

Unsere Gründe sind auch nicht, dass wir Geschichten erfunden haben. Wir haben jeden Fall, der uns von den unterschiedlichsten Stellen angetragen wurde, nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen unserer Möglichkeiten überprüft. Zu der Entscheidung mit einigen wirklich krassen Fällen an die Öffentlichkeit zu gehen, stehen wir nach wie vor zu 100%. Mit bunten Flyern und dezenten Hinweisen erreicht man heute fast niemanden. Die meisten Menschen sind durch die immer sensationslastigere und oftmals blutrünstige Medienwelt abgestumpft.

 

Wir hatten große Ziele mit dem Verein. Wir wollten möglichst vielen notleidenden Kindern helfen, Aufklärungsarbeit betreiben und im Idealfall präventiv tätig werden damit kleine Kinder gar nicht erst leiden müssen. Unser größtes Ziel war es, bereits im dritten Vereinsjahrmit der Planung für ein Familienzentrum in Weiden oder Umgebung beginnen. Damit hätten wir einige unserer hohen Ziele schnell erreicht. Der Verein wäre dazu in der Lage gewesen. Die Entwicklung der Spendeneingänge und die Mitgliederzahlen sprechen für sich. Um das Familienzentrum realisieren zu können, hätten wir noch weit mehr als 50.000.- Euro, wie uns vorgeworfen wurde, „bunkern“ müssen.

 

Wir sehen uns nicht mehr in der Lage dem Verein den nötigen Schwung zu geben. Nach allem, was in den letzten Monaten passiert ist, fehlt uns die Kraft und die Motivation unser soziales Engagement in der ursprünglich geplanten Größenordnung weiter voranzutreiben. Ob eine Weiterführung des Vereins machbar und sinnvoll ist obliegt natürlich der Entscheidung der Mitglieder.

 

Als Ehepaar und Privatpersonen werden wir immer ein offenes Ohr und Auge für Kinder in Not haben und uns weiterhin finanziell engagieren.

 

Wir bedanken uns bei allen, die uns in der schweren Zeit unterstützt haben. Viele Menschen haben versucht uns dahingehend zu motivieren, dass wir unsere Arbeit fortführen. Uns bleiben viele wertvolle Erfahrungen aus unserem Vereinsleben, an die wir sicherlich noch oft denken werden. Wir wünschen jedem kleinen notleidenden Menschen die Möglichkeit ausreichend Hilfe und Unterstützung zu finden.